Dezember 07 Teil 2

Kommentare zu diesem Blog

31.12.07

Nach eineinhalb Monaten Elternzeit bin ich also total tiefenentspannt, und das obwohl ich natürlich Isa kräftig entlaste, was wiederum dazu führt, dass sie auch tiefenentspannt ist. So sind wir also für jegliches Silvesterevent bestens gerüstet. Wären wir!
Wir haben uns nämlich für dieses Silvester nichts vorgenommen. Und so machen wir es uns daheim gemütlich. Karlchen kriegt vor dem Ins-Bett-Gehen eine kleine Demonstration von Feuerwerk in Form eines Sterndlwerfers, und dann gibt es für Isa und mich was leckeres zu essen. Anschließend noch ein bisschen vor die Glotze und um 10 Uhr liegt die ganze Familie friedlich schlafend im Bett.
Da kann das neue Jahr kommen.

30.12.07

Jetzt haben wir es also schriftlich. Von den ungefähr 3800 Elterngeld beziehern einer süddeutschen Grossstadt waren in 2007 12,5% Männer, d. h. 400-irgendwas Männer. Das sei ja schon ein toller Erfolg und mehr als gedacht, war da in dem Zeitungsartikel zu lesen.
Andererseits erscheint mir die Wahrscheinlichkeit einen anderen Vätermonatler zu treffen doch recht klein. Die Mehrzahl der Männer nimmt nämlich tatsächlich die zwei Vätermonate (ach wie erstaunlich!). Von den 400-irgendwas Männern haben also vielleicht immer 100 (und das ist schon grosszügig geschätzt) gleichzeitig ihre Vätermonate. Dieses jämmerliche Häuflein verläuft sich dann wohl doch einigermaßen in einer Stadt mit 500.000 Einwohnern.
Früher, als ich noch mit einer Rotzglock´n um den Weihnachtsbaum gelaufen bin, wurde ja angeblich mancher Bewerber von seinem potentiellen, neuen Chef gefragt "Wo haben Sie gedient?". Wo! - Nicht, ob überhaupt!
Bis man gefragt wird "Wann haben Sie Ihre Vätermonate abgeleistet?" wird es wohl noch etwas dauern. Aber wenn ich mal Chef bin, werde ich das die Bewerber fragen, und wehe...

29.12.07

Als Vätermonatler trägt man ja besondere Verantwortung. Gut, man ist Vater eines Kindes, das sind viele. Man lebt in Deutschland, also in einem reichen Industrieland, wo sich im Prinzip jeder alles leisten kann, im Vergleich zu vielen anderen Ländern der Erde. Aber das tun (in Deutschland leben) natürlich auch viele andere Väter.
Aber als Vätermonatler hebt man sich natürlich aus der Masse der Ignoranten ab, die sich jeden Abend im Feinrippunterhemd mit einer (oder mehreren) Flaschen Bier vor dem Fernseher räkeln und solche Sendungen wie Hausmeister Krause oder Sponge Bob anschauen. Vätermonatler sind da ja schon qua Amt viel korrekter - politisch, ökologisch, sozial und überhaupt.
Und so wühle ich in diesem Jahr nicht in den grossen, bunten Maxi-Feuerwerks-Paketen mit fünf Saturn-Raketen und 200 Magnum-Mega-Böllern. In diesm Jahr drücke ich mich schnell an diesen Regalen vorbei und riskiere nur einen neidischen Blick auf die Typen, die dort wühlen - Feinrippträger!


Der Autor
Der Autor dieses Blogs ist selbst in Elternzeit. Die Akteure sind dennoch frei erfunden und haben höchstens zufällige Ähnlichkeit mit real existierenden Personen.

Die Akteure
Isabella (Isa) und Martin sind seit ungefähr drei Jahren verheiratet. Im Februar 2007 wurde ihr Sohn Karl Friedrich (Karlchen) geboren.
Isa, die Abteilungsleiterin in einer grösseren Firma war, arbeitet seit Karlchens Geburt nicht mehr.
Martin arbeitet bei einem grossen Konzern. Nachdem 2007 das Elterngeld in Deutschland eingerührt wurde, das Paare besonders fördert, bei denen Mutter und Vater in Elternzeit gehen, hat er sich entschieden auch die sogenannten "Vätermonate" zu nehmen.
Karlchen ist das alles ziemlich wurscht. Er möchte essen, schlafen und Spass haben - ungefähr in der Reihenfolge.


28.12.07

Wie kann es eigentlich sein, dass ein Karlchen, das ungefähr 8kg wiegt, pro Tag ungefähr 8l Sabber produziert? Ich nehme mal an, dass kleine Babies zu 50% aus irgendeinem radioaktiven Material bestehen. Dieses Materials sendet die "Ui-Süss-Strahlung" aus, mit der sie ihre Umgebung vollstrahlen. Dabei zerfällt es in Babyspeck und Sabber. Ob diese Therie allerdings die gewaltigen Mengen erklären kann, ist noch umstritten.
Heute hat Karlchen ein Stück Apfel zerlutscht bzw. mit seinen zwei Zähnen geraspelt. Das hat er mit grossem Enthusiasmus gemacht und dabei Unmengen Sabber abgeschieden. Jedenfalls war sein Pullover nachher richtig nass und auch Gesicht und Hände bedurften einer gründlichen Reinigung.
Er wird natürlich erst durch die oben erwähnten Zähne in die Lage versetzt, überhaupt so etwas tolles, wie ein Stück Apfel zerlutsche zu können. Deshalb und überhaupt ist Karlchen natürlich mächtig stolz auf seine Hauer. Der Nachteil, dass insbesondere ganz neue Zähne auch geputzt werden müssen, damit sie neu bleiben, muss allerdings in Kauf genommen werden. Die Anfängliche Begeisterung für diese Prozedur und die dabei applizierte Zahnpasta mit fruchtig frischem Erdbeergeschmack ist inzwischen allerdings bestenfalls Gleichgültigkeit gewichen, in vielen Fällen lässt sein Verhalten eher auf Ablehung schliessen.

27.12.07

Wo wir schon gerade so schön "zwischen den Jahren" sitzen, wie zwischen zwei wackeligen Stühlen und in sentimentaler Stimmung versinken (siehe 26.12.), wird auch die Seele des Vätermonatlers verwundbarer.
Nachdem man ja jetzt schon ein paar Wochen länger als im normalen Urlaub nicht mehr in der Firma war, verblasst die Erinnerung an dieses Leben doch langsam. Auch tritt langsam ein gewisser Verklärungseffekt ein. Man erinnert sich zurück an Zeiten, in denen man morgens schneidig den Fahrstuhl im obersten Stockwerk eines imposanten Bürogebäudes verlassen hat, dynamisch die Tür zum Büro geöffnet hat. Der Chef begrüsst einen mit einem festen Händedruck und lobt, dass das Ergebnis der letzten Aufgabe wirklich Benchmark sei, obwohl man ja eigentlich nur recht generisches Zeug geschrieben hatte. Gut gelaunt lies man sich also an so einem Morgen in den dicken Ledersessel hinter seinem riesigen Schreibtisch fallen, nippte am Kaffee und griff frohen Mutes zum Telefonhörer. Wie gesagt, die Erinnerung mag inzwischen etwas undeutlich sein und der Verklärungseffekt sein Werk begonnen haben. Jedenfalls wird die eigene Selbstdefinition über dieses Arbeitsleben immer schwieriger.
Ist ja auch kein Problem, man hat ja auch als Vätermonatler eine wichtige Aufgabe, die durchaus zum Erhalt eines mittleren Selbstbewusstseins reichen würde. Doch die hat einen Haken. Die Mutter wird immer ihren Schatten auf den noch so motiviert rackernden Vater werfen, was sich in einem einfachen Satz aus dem Mund einer wohlmeinenden Tante manifestiert: "Ja, die Mutter kann´s halt doch immer am besten mit den Kleinen." Da wird dem Vater dann klar, dass er nie der Vorstandsvorsitzende in diesem "erfolgreichen, kleinen Familienunternehmen" werden wird.

26.12.07

Mal wieder zurück zum eigentlichen Thema - den Vätermonaten. Auch hier spielt die Frage der Betrachtungsweise eine wichtige Rolle. Ist die Tasse halb voll oder halb leer? Sind die Vätermonate schon halb rum oder liegt noch eine ganze Hälfte vor mir? Ich muss schon ab und zu etwas um die "halb voll" Position kämpfen. Jedenfalls zeigt sich auch hier, dass kein Zeitraum so lang ist, dass nicht irgendwann doch ein Ende in Sicht käme. Was in vielen Situationen ja recht tröstlich sein kann (jede Nacht, in der Karlchen im Halbstundentakt wegen verrotzter Nase aufwacht, geht irgendwann vorbei) ist in anderen Situationen halt nicht ganz so toll (vgl. auch Urlaub).
Da muss man dann halt auch auf Karlchen schauen. Der lebt ausschliesslich im Hier und Jetzt. Er macht sich keine Gedanken über die Zukunft und über die Vergangenheit erst recht nicht. Es interessiert ihn einfach nicht, was morgen ist. Und wenn er jetzt Hunger hat, dann will er jetzt essen. Was es bedeutet, dass sein Brei in fünf Minuten fertig ist, interessiert ihn nicht. Er hat hier und jetzt Hunger - oder auch Spass. Sehr cool.

25.12.07

Die Temperatur ist angenehm. Die Sonne scheint. Frieden liegt in der Luft über dieser Landschaft nahöstlicher Prägung. Es ist Weihnachten. Dennoch gehen die Leute in der Landwirtschaft ihrer Arbeit nach. Reisende begegnen ihnen auf dem Feld.
Doch plötzlich verdrängt ohrenbetäubender Lärm die Stille. Ein furchteinflösendes Dröhnen und Zischen breitet sich über dem Land aus. Der Boden vibriert und da - da taucht es auf, dieses Ungetüm, das die friedliche Ruhe in Chaos verwandelt, Mensch und Tier unter sich begräbt und eine Schneise der Verwüstung hinterlässt. Das Schicksal der so hart getroffenen ist ihm völlig egal. Es nimmt keinen Anteil.
Keine Angst das wird hier jetzt nicht politisch. Karlchen ist in Omas und Opas Wohnzimmer quer durch die Weihnachtskrippenlandschaft gerobbt.

24.12.07

In Erwartung mehrerer üppiger Weihnachtsschlemmereien haben Vater und Sohn beschlossen, noch schnell etwas Alibi-Sport zu betreiben - Vater hat beschlossen und Sohn hat nicht widersprochen.
Also, rein in die Sportklamotten. Der Sohn kriegt die Mütze auf den Kopf, einen Schal um den Hals, Handschuhe an die Hände, der Vater eine Sporthose an, drei Lagen Funktionswäsche und einen Fleece an.
Der Sohn wird in seinen Kinderwagen verfrachtet und mit einer dicken Decke zugedeckt. Der Vater kriegt die Turnschuhe an und das Baby-an-Bord über den Pulli gezogen.
Der Vater rennt, der Sohn pennt und macht die Pulsüberwachung. Wenn der Vater zu langsam wird, gibt Karlchen Alarm.

Was am heiligen Abend geschah, war zwar toll, ist aber privat. Weihnachten wird nicht zerbloggt.

23.12.07

Karlchens Bewegungsdrang kennt schier keine Grenzen. Er möchte sich unbedingt Zugang zu allem verschaffen, was ihn interessiert; und ihn interessiert alles. Heute hat er wieder unermüdlich den Vierfüsslerstand geübt und sich an einer Treppenstufe abgemüht, bis er endlich auf den Knien knieend auf die zweite Stufe sehen konnte. Das war natürlich ein toller Erfolg.
Loben darf man als pädagogisch halbgebildeter Vätermonatler den kleinen dafür natürlich nicht, weil er sonst ja unter Leistungsdruck gesetzt würde. Ich würde ausserdem dafür plädieren, dass Karlchen morgen auch keine Weihnachtsgeschenke bekommt. Die würden ihn doch nur von seinen Krabbel-(oder was das auch immer wird)-übungen ablenken. Isa plädiert dagegen. Mal sehen, wer sich beim Christkind durchsetzt.
Karlchen ist auch das alles ziehmlich egal. Er beäugt die Weihnachtsvorbereitungen genauso interessiert, wie er auch Mama beim Zähneputzen beäugt.

22.12.07

Schon mal einen 50-PS-Aussenborder in eine Babybadewanne gehalten? Oder eine Vorstellung davon, was das Resultat ist? Genau - so ungefähr sah unser Bad jedesmal nach Karlchens Bad aus. Sah aus! Karlchen badet jetzt in der grossen Badewanne. Die ist tiefer, und an drei Seiten sind Fliesen. Das meiste Wasser, das der Aussenborder jetzt aus der Wanne befördert fliesst also direkt von den Fliesen wieder in die Wanne zurück.
Klar, Karlchen sitzt nicht alleine in der grossen Wanne. Neben dem Krokodil, dem Frosch und einem Quietscheentchen sitze ich mit ihm drin. So ist sicher gestellt, dass ich wenigstens einmal pro Woche gewaschen werde. Man läuft ja schon Gefahr, sich etwas gehen zu lassen, wenn man den ganzen Tag daheim ist...

21.12.07

Ich habe kurzfristig meine Wunschliste für das Christkind noch erweitert: ein paar Glasaugen. Die kann ich sicher bald gebrauchen.
Ich liege da so ganz entspannt nach dem Mittagessen auf dem Wohnzimmerboden. Karlchen mag das, weil man dann nicht so weit weg ist. Während er also mit irgendwas spielt, lese ich Fachliteratur (ein Artikel in "Eltern" wie man Kinder ohne Windeln großzieht - gruselig). Ich also auf dem Rücken, das Heft an den ausgestreckten Armen über mir, weil es nur so vor IHM sicher ist.
Da pirscht er sich von hinten an, nur das dampfmaschinenartige Keuchen, das er beim Robben von sich gibt, verrät ihn. Dennoch bin ich unvorbereitet und wehrlos, als er mir - ratsch - seine Pranke durch´s Gesicht und eben auch durch ein Auge zieht. Der zweite Hieb zielt (oder auch nicht) auf meine Nase, an der er sich dann festkrallt, um meinen Kopf zu schütteln.
Deshalb der Posten mit den Glasaugen auf meiner Wunschliste und die Frage, welche Berufsgenossenschaft eigentlich für Unfälle oder Berufskrankheiten von Vätermonatlern zuständig ist. Oder ist das jetzt weicheimässiges Rumgejammere?

20.12.07

Sind Handies (oder Handys?) eigentlich wasserdicht? Und sind die physikalischen Eigenschaften von Kinderspeichel in Bezug auf die Dichtheit von Handies mit denen von Wasser vergleichbar?
Indianer Karlchen hat also heute morgen mit Adleraugen aus dem anderen Eck des Wohnzimmers mein Handy entdeckt. Das lag friedlich und, wie ich meinte, gut versteckt hinter einem Zeitschriftenständer, um zwecks Aufladung an der Steckdose zu nuckeln. Karlchen robbt also unter freudigem Gejohle (vgl. Indianer) zu seinem Fund. Rupft ein bisschen am Kabel, was das Gerät mit einem blinken Display quittiert (der Stecker hat einen Wackelkontakt), und bespeichelt das High-Tech-Teil dann ausgiebig. Daher also die obige Frage.
Ein Totalschaden an meinem Telefonino würde mich aus zwei Gründen hart treffen. Zum einen handelt es sich um eines der sehr wenigen Insignien meines vergangenen Managerglanzes. Zum zweiten habe ich eh schon Komplexe, weil die Insignien schon drei Jahre alt sind, was für derartige Gerätschaften ja bekanntlich eine Ewigkeit ist, während Isa mittels eines hypermodernen Personal Digital Assistant Phones kommuniziert - ganz dem Bild der Managerin eines kleinen, erfolgreichen Familienunternehmens entsprechend.
Also hoffe ich vielleicht doch mal, dass sich Kinderspeichel wie Salzsäure durch mein Handy frisst...

19.12.07

Da fällt mir noch was zum Thema Weihnachtsfeier vom Montag ein. Als ich mich da abends auf den Weg gemacht habe, da hatte ich richtig Sorge, ob Isa wohl klar kommt mit Karlchen. Sie ist das ja garnicht mehr gewöhnt, Karlchen zu füttern und ins Bett zu bringen - vom Zähneputzen ganz zu schweigen.
Oder sollte diese Sorge eher Rachegedanken entspringen. Rachegedanken, die ihren Ursprung in einem sicher lieb gemeinten Lob Isas haben. Sie habe jetzt schon kaum mehr Angst um Karlchen, wenn er mit mir allein sei. Da erübrigt sich wohl jeder weitere Kommentar.

18.12.07

Heute widme ich meinen Eintrag allen, ob Müttern oder Vätern, die in der Vorweihnachtszeit arbeiten müssen. Ich meine, es ist ja schon schön abends auf den Weihnachtsmarkt zu gehen und dort vielleicht einen Glühwein zu trinken. Und natürlich ist es schön am Wochenende Weihnachtsgeschenke in der Stadt einzukaufen - zusammen mit ungefähr einer Million anderer Verzweifelter.
Da lobe ich mir doch einen ruhigen Einkaufsbummel am Dienstagvormittag. Man kann in Ruhe aussuchen und für eine kleine Rast bekommt man ohne Probleme einen schönen Platz in jedem Cafe. Ach, wie werde ich das nächstes Jahr wieder vermissen.

17.12.07

Zugegebenermaßen können einige der Erfahrungen, die ich in den letzten Tagen geschildert habe, ja durchaus auch von interessierten Normalvätern gemacht werden. Die heutige ist jedoch dem Elternzeit-Vater vorbehalten: die Firmen-Weihnachtsfeier.
Weil man ja nicht so ist und dem öden Hausmannsalltag des Exkollegen einen kleinen Silberstreif verleihen will, lädt man also auch den Vätermonate-Kollegen zur Weihnachtsfeier ein.
Ich freue mich also darauf, mal wieder mit den Kollegen zu quatschen. Um dies genießen zu können lasse ich mir von Frau Generaldirektor Isa unbeschränkten Ausgang geben, und um das alles noch zu toppen, schließe ich sogar noch einen Deal, der mir Ausschlafen am nächsten Morgen sichert (allerdings um den Preis, etwaige Nachtalarme seitens Karlchen zu übernehmen). Bestens gelaunt treffe ich also bei der Festlokalität ein und stürze mich ins Getümmel. Alle reden über die letzten FMEAs, wichtige Launches und SOPs. Nach wenigen Minuten ist das Vokabular wieder aus dem passiven in den aktiven Wortschatz hochgeladen. Zu meiner Freude scheint auch kein ekliger Geruch nach Kinderkotze an mir zu haften. Ich werde jedenfalls nicht auffällig gemieden und gebe immer entspannter bereitwillig Auskunft über meinen Alltag als Hauptberufsvater.
Als die Party aber so richtig losgehen soll, so gegen 21:30, da kommt das dicke Ende. Plötzlich machen sich fast alle davon, mit Verweis auf die wichtigen Meetings, die schon früh am nächsten Tag beginnen. Alles was von meiner ausgeklügelten Vorbereitung bleibt, ist die Pflicht Karlchens Nachtalarme zu bearbeiten, von denen er in dieser Nacht einige zelebriert.

16.12.07

Ihr kennt doch sicher folgende Situation: Ihr sitzt in geselliger Runde mit Freunden oder der Familie. Plötzlich kommt Euer Lebensgefährte, Ehefrau oder wer auch immer und schnüffelt an Eurem Hintern. Weil er/sie wegen des Ergebnisses der Schnüffelprobe jedoch immer noch unsicher ist, wirst Du kurzer Hand über´s Knie gelegt. Mit geübter Hand wird Dir die Hose herunter gezogen, die Unterhose gelupft und so seitlich der Füllungsgrad derselben begutachtet.
Ach Ihr kennt die beschriebene Situation doch nicht? Dann liegt das vermutlich an der einmaligen Fähigkeit unseres Gehirns unangenehmes zu verdrängen (wahrscheinlich haben wir aber doch alle Albträume, in denen uns ständig die Hose herunter gezogen wird, an die wir uns aber am nächsten Morgen nicht erinnern können.). Karlchen erlebt diese Situation jedenfalls mehrmals täglich. Obwohl er sie in stoischer Ruhe über sich ergehen lässt, bin ich doch der Meinung, dass es sich um einen in höchstem Maß menschenunwürdigen Vorgang handelt. Aus diesem Grund sah ich mich genötigt eine Füllstandsanzeige für den Fäkalientank zu entwickeln.