Februar 08

Kommentare zu diesem Blog

25.02.08

Papa ist wieder businessmässig unterwegs. Nach der Besprechung kurz ein Blick auf´s Handy - oh, ein Anruf von Isa auf der Mailbox. Schnell abhören! Hä, heftiges Geschrei, das immer schriller wird. Ich verstehe kein Wort. Nur undeutliches Gemurmel und sehr deutliches Geschrei. Dann verstehe ich doch ein paar Worte: "Nein, nein, gib es einfach wieder her. Brauchst gar nicht so schreien." Aha, denke ich, diese Nachricht war wohl nicht für mich gedacht. Da hat Karlchen wohl sein erstes Telefonat ganz alleine gemacht und leider nur die Mailbox erreicht.

18.02.08

Das hat schon zur Überheblichkeit verführt. Irgendwo kräht ein Kleinkind und der Null-Checker-Papa fragt ratlos: "Was hat er denn nur?". Da denkt sich doch der ambitionierte Vätermonatler: "Tja, mir kann das nicht so leicht passieren. Ich kenne ja meinen Kleinen und weiss wann er Hunger kriegt und wann er danach die Hosen voll macht."
So war das. War! Kaum ein paar Wochen zurück im Job, ein paar Tage auf Dienstreise weg, und das war´s dann. Ich merke schon, dass ich mit Isa nicht mehr mithalten kann. Dieses intuitive Wissen was Karlchen gerade will und wie er tickt - bio-rhythmus-mässig - geht mir schon langsam wieder verloren.

16.02.08

Karlchen trägt jetzt eine Schlägervisage, auf der Backe einen dicken blauen Fleck, die Lippe aufgeplatzt und ein Striemen quer über den Mund.
Alles war ganz lustig. Karlchen steht, wie so oft am Stuhl. Doch dann bekommt er Übergewicht und kippt um, leider in Richtung eines ziehmlich kantigen Tischbeines, an dem er dann mit dem Gesicht voran hinunter rutscht.
Karlchen schreit und plärrt natürlich. Das Blut läuft ihm aus dem Mund. Die Eltern sind geschockt. Die erste Inspektion ergibt: An seinen (ganz neuen) oberen Schneidezähnen blutet auch was und die Form des einen Zahnes sieht auch komisch aus. Aber was tun? Es ist Samstag. In der Kinderklinik gibt es keine Zahnabteilung. In der normalen Zahnambulanz scheint eh schon die Hölle los zu sein. Man solle doch nur kommen, wenn man seinen Kopf unter dem Arm oder zumindest alle Zähne in der Hand trage. Also den Kinderarzt angerufen, vielleicht weiss der ja noch jemanden, an den man sich wenden kann. Der Herr Doktor möchte zuerst wissen, ob den der fragliche Zahn wackle. Haha - er muss bei der Vorstellung selber lachen - schon mal einem sich windenden und schreienden Kind in den Mund gelangt und probiert, ob da vielleicht was locker ist? Ich bin doch kein Dompteur.
Wir kamen mit vereinten Kräften und nach Abwägung aller Fakten zu dem Schluss, dass wohl nichts wackelt und auch sonst der Schreck und die erwähnte Schlägervisage das Schlimmste an dem Unfall waren. Und das scheint auch so zu sein. Karlchen geht es wieder gut.

14.02.08

Letztens war mal wieder Zeit für eine Bilanz der Vätermonate, und das Ergebnis kann nur als niederschmetternd bezeichnet werden. Ich scheine also die totale Entwicklungsbremse zu sein. Kurz vor Beginn der Vätermonate wurde Karlchen mobil. Er begann zu robben und seine Umgebung zu erkunden. Während meiner fulltime Anwesenheit daheim hat er die Robb-Technik zwar verfeinert, aber ansonsten keine grossartigen Fortschritte gemacht. Kaum war ich jedoch zurück im Arbeitsleben, begann Karlchen sich am Sofa hoch zu ziehen. Kurz darauf umrundete er zum ersten Mal seinen Laufstall - natürlich immer am Gitter entlang. Ausserdem hat er vor ein paar Tagen erstmals ein paar bunte Klötzchen in die Schachtel zurückgelegt, aus der er sie vorher ausgeschüttet hatte. Der Laie wird sich jetzt denken: "Na toll! Ein paar Steinchen in eine Schachtel werfen ...". Diesem Laien sei gesagt, dass der Schritt vom Aus- zum Einräumer durchaus mit dem Erlernen des Fahrradfahrens oder dem Abitur auf einer Stufe steht - entwicklungsmässig.
Naja, lieber eine Entwicklungs- als eine Evolutionsbremse.

13.02.08

ER entwickelt zeigt ab und zu die Züge eines richtigen kleinen Zornigels. Alle sitzen am Tisch, Karlchen auf Mamas Schoß. Mama und Papa essen Brot. Karlchen soll Brei essen. Da kann es schon mal passieren, dass diese Sonderbehandlung mit lautem Geschrei abgelehnt wird. Wenn die dumben Eltern dann immer noch nicht kappieren, was das Begehr des Herren ist, wird chamäleonhaft die Gesichtsfarbe nach Rot gewechselt und die Lautstärke des Gebrülls um 10dB erhöht, was bekanntlich einer Verdoppelung entspricht.



08.02.08

Da sitze ich bei einem guten Abendessen am Tisch, ein Gläschen Wein vor mir, und beginne gerade mich zu entspannen. Aber zu früh gefreut. Mein Tischnachbar schmatzt laut. Von der Brotscheibe, die er isst, erreicht höchstens die Hälfte seinen Mund, was aber noch nicht heisst, dass er die Hälfte auch isst. Die Hälfte des Brotes, die nicht fein zerbröselt auf und unter dem Tisch landet, wird nämlich quasi auf einmal in den Mund gestopft (Sag mal: "paff!"). Das Ergebnis ist, dass an Kauen und Schlucken nicht mehr zu denken ist. Trotzdem wird es versucht, was ein ganz besondere Geräuschkulisse erzeugt. Beendet wird die Quälerei, indem ein schleimiger Batzen Brotmatsch ausgespuckt wird, der ungefähr ein Viertel der ursprünglichen Brotscheibe repräsentiert. Mit etwas mathematischem Geschick lässt sich also ermitteln, dass das Krümelmonster neben mir ungefähr 25% des Brotes tatsächlich gegessen hat. Die Brösel und sonstigen Rückstände des Mahls bleiben aber nicht ungenutzt. Ein Teil wird mit der flachen Hand in die Glastischplatte einmassiert, was dieser einen wunderbar matten Glanz verleiht. Der Rest wird von Mama und Papa gegessen. So ist das bei Krümelmonsters.

01.02.08

Nach einer Woche Abwesenheit endlich wieder daheim. Isa und Karlchen sind vergnügt. Aber wie gross ist Karlchen geworden? Er sieht auf einmal so erwachsen aus. Ohne Blödsinn, wenn ihn man so lange fast immer gesehen hat, fallen einem plötzlich auch die kleinen Veränderungen stärker auf, die sich in einer Woche einstellen.
Er macht andere Geräusche. Er kniet oder sitzt mehr als vor ein paar Tagen, als er fast immer nur auf dem Bauch lag. Er hat manchmal einen anderen Gesichtsausdruck. Viele kleine Änderungen. Das ist auf der einen Seite doch ganz schön, weil man da sieht, wie schnell er sich entwickelt. Andererseits sieht man aber auch, wie lange ein paar Tage in Karlchens Leben sind.