Wie sage ich es meinem Chef?


Die Reaktion eines Chefs auf das Ansinnen seines Mitarbeiters zwei Monate daheim zu bleiben, hängt sicher von vielen Faktoren ab. Für die meisten Väter wird sie schwer einzuschätzen sein, auch wenn sie den Chef eigentlich gut kennen.

Klischeemässig müssten Vorgesetzte zum Beispiel bei einer dieser sehr toughen Unternehmensberatungen weniger positiv reagieren, als der Vorgesetzte eines Sozialarbeiters; Ältere Chefs, vom "alten Schlag" könnten der Idee weniger aufgeschlossen sein, als solche, die selber Väter noch junger Kinder sind. Wie gesagt, soweit die Klischees.
Es kann auch sein, dass ein älterer Vorgesetzter, der sein Leben lang für die Karriere geackert hat, gegen Ende derselben zu der Einsicht gelangt, dass etwas mehr Zeit für die Familie richtiger gewesen wäre. Es kann auch sein, dass die harte Unternehmensberatung in einem sehr starken Wettbewerb um die besten Mitarbeiter steht und darin auf die Karte "Familienfreundliches Unternehmen" setzt.
Was wirklich passiert ist, tatsächlich schwer einzuschätzen. Man muss es ausprobieren.

Mutmacher sind:

- Der Vater hat ein Recht auf Elternzeit. Der Arbeitgeber muss das nicht gewähren.

- Wer zeigt, dass er sich Gedanken über eine arbeitgeberfreundliche Gestaltung (vgl. Der beste Zeitpunkt für die Firma) gemacht hat, sammelt von vornherein Pluspunkte.

- Gerade für grosse Unternehmen gehört es heute zum guten Ton, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu thematisieren und zu fördern. In vielen Fällen ist das, was in den bunten Broschüren steht auch von "oben" so gewollt.

- Zwei Monate sind so lang auch wieder nicht. Es gibt viele andere Szenarien (z. B. Krankheit), die zu Ausfällen von Mitarbeitern über ähnlich lange Zeiträume führen. Oft treten diese Szenarien aber ohne Vorwarnzeit, damit ungeplant ein und dadurch mit unangenehmeren Auswirkungen für die Vorgesetzten.